Fulfillment für Onlineshops: Von wo aus Sie Italien und Osteuropa beliefern

Fulfillment für Onlineshops aus DACH, die nach Italien und Osteuropa liefern: Lagerstandort, Retouren, Nachnahme und Fragen an den Anbieter.

Das Paket aus Bayern, gesehen aus Bologna

Stellen Sie sich einen Kunden in Bologna vor, der in Ihrem Shop bestellt. Sein Paket kommt aus Bayern. Beim Fulfillment für Onlineshops, die nach Italien und Osteuropa verkaufen, lautet die Frage deshalb weniger „auslagern oder nicht“ als „von wo aus bediene ich diese Kunden“. Die Antwort hängt an Gewicht, Warenwert, Retourenquote, Zahlungsart und Zielregion, und sie lässt sich pro Land rechnen.

Der Kunde sieht ein Tracking auf Deutsch. Im Checkout fand er keine Nachnahme. Passt das Teil nicht, schickt er es über die Grenze zurück und wartet auf die Erstattung.

Bei Ihnen taucht dieselbe Sendung als Zeile in der Kurierrechnung auf, mit einem Abrechnungsgewicht, das Sie so nicht erwartet haben, und mit einer Zielregion, die Ihnen im Inlandsversand nie begegnet ist. Kommt die Ware zurück, liegt sie in Deutschland im Regal, während der nächste Käufer wieder in Italien sitzt.

Wo sich beim Versand nach Italien und Osteuropa das Geld sammelt

Der Aufpreis verteilt sich nicht gleichmäßig über alle Sendungen. Er sammelt sich an wenigen Stellen: bei einzelnen Artikeln, bei einzelnen Postleitzahlen und bei den Retouren. Sichtbar wird das nur, wenn pro Sendung diese Kette in einer Zeile steht:

Artikel (SKU) → Verpackung → Maße des Pakets → Rohgewicht → Abrechnungsgewicht → Kurier → Zielland und PLZ → Zustellung oder Retoure → Kosten pro Bestellung.

Jedes Glied ergibt sich aus dem vorigen. Die Waage zeigt das Rohgewicht. Aus den Maßen errechnet der Kurier ein volumetrisches Gewicht, und abgerechnet wird in der Regel der höhere der beiden Werte. Wie das im Detail läuft, steht im Beitrag zu Abrechnungsgewicht und volumetrisches Gewicht. Ein leichter Artikel im zu großen Karton wird so teuer, ohne dass sich an der Ware etwas ändert. Aus Zielland und PLZ ergibt sich die Zone im Tarif des Kuriers, die Zielregion kann Zuschläge auslösen, und eine gescheiterte Zustellung oder eine Retoure bedeutet eine zweite Fahrt.

Ohne diese Zeile haben Sie einen Betrag auf einer Rechnung. Mit ihr haben Sie etwas, an dem Sie ansetzen können.

Ziehen Sie deshalb die letzten 200 Sendungen nach Italien und in die Länder Mittel- und Osteuropas in eine Tabelle. Nicht jede Rechnung liefert alle Spalten. Fehlendes holen Sie aus Shop und Lager, und was sich nicht rekonstruieren lässt, ist bereits ein Befund. Schauen Sie dann auf drei Spalten: den Abstand zwischen Rohgewicht und Abrechnungsgewicht, die Zielregion und den Ausgang der Sendung (zugestellt, Zustellproblem, Retoure). So sehen Sie, ob wenige Artikel, wenige Regionen oder die Retouren den größten Teil der Mehrkosten ausmachen. Dort setzen Sie an. Alles gleichzeitig zu verbessern wäre ein Projekt ohne Ende.

Fulfillment in einem Absatz

Fulfillment heißt: Ein Dienstleister übernimmt alles zwischen Ihrer Ware und der Haustür des Kunden. Er nimmt die Ware im Wareneingang an, lagert sie, pickt nach jeder Bestellung die Artikel, packt sie in einen passenden Karton und übergibt das Paket an einen Kurier, der es mit Sendungsverfolgung zustellt. Kommt etwas zurück, prüft er die Retoure und stellt die Ware wieder in den Bestand oder meldet sie als nicht verkäuflich.

Diese Schritte sind bei allen Anbietern ähnlich. Den Unterschied machen zwei Fragen: Wo finden sie statt, in Deutschland, in Italien oder in Ungarn? Und liegen Lager und Versand in einer Hand?

Drei Wege, Italien und Osteuropa zu beliefern

Sie können aus dem eigenen Land liefern, Bestand im Zielland halten oder beides mischen. Welcher Weg passt, hängt an vier Eigenschaften Ihrer Bestellungen: Gewicht, Warenwert, Retourenquote und Zahlungsart. Der Preis pro Paket allein sagt darüber wenig. Rechnen Sie pro Land, nicht für „den Export“ insgesamt.

Aus dem eigenen Land liefern

Sie führen einen Bestand und eine Prognose, im Regal liegt kein zusätzliches Kapital. Dafür zahlen Sie jede Sendung mit der Auslandszone, die Laufzeit ist länger als bei einem Lager vor Ort, und jede Retoure fährt zurück. Das trägt, solange pro Land wenige Bestellungen eingehen, die Pakete klein sind und kaum etwas zurückkommt. Kippt einer dieser Punkte, merken Sie es zuerst bei den Retouren und bei den Abrechnungsgewichten.

Bestand im Zielland

Das Paket startet nah am Kunden, Retouren bleiben im Land, lokale Zahlungsarten lassen sich anbieten. Der Preis dafür: Kapital, das im Regal liegt. Eine Absatzprognose für zwei Lager statt für eines. Umlagerungen, die selbst Fracht kosten. Und das Risiko, dass ein Artikel in Italien liegen bleibt, den Deutschland gebraucht hätte. Der Nutzen muss diese Posten übersteigen. Er tut es eher bei hohen Bestellzahlen pro Land, hoher Retourenquote oder Zahlungsarten, die aus dem Ausland schlecht laufen. Mehr zum Doppelbestand steht im Beitrag Bestand auf mehrere Lager verteilen.

Mischform: Bestseller vor Ort, der Rest von zu Hause

Die schnell drehenden Artikel liegen nahe beim Kunden, die Langsamdreher bleiben im Heimatlager. Das begrenzt das gebundene Kapital. Es erzeugt aber Komplexität: Sie brauchen eine Regel, welcher Artikel wo liegt, und bei gemischten Warenkörben entstehen zwei Pakete für eine Bestellung, also zweimal Versand. Bei einem Artikel pro Bestellung merken Sie das kaum, bei größeren Warenkörben sofort. Die Grundlagen dazu finden Sie in der Lagerstrategie für den grenzüberschreitenden Versand in der EU.

Eine feste Schwelle, ab der sich ein Lager im Zielland lohnt, gibt es nicht. Wer Ihnen eine nennt, ohne Ihre Zahlen zu kennen, rät.

Nachnahme, Inseln, Retouren: was Shops aus DACH unterschätzen

Diese Punkte kennen Sie womöglich nicht aus dem Inlandsgeschäft, und in Italien und Osteuropa kosten sie Geld, wenn sie erst auf der Rechnung auftauchen. Planen Sie sie ein wie Kurierkosten, nicht wie Ausnahmen.

Nachnahme

In Teilen Mittel- und Osteuropas suchen Kunden Nachnahme im Checkout. Bieten Sie sie nicht an, fehlt sie dort, wo der Kunde entscheidet. Sie lässt sich anbieten, sofern Dienstleister und Kurier sie unterstützen. Ein Risiko bleibt: Nimmt der Empfänger das Paket nicht an, kommt es zurück und hat trotzdem Fracht gekostet. Entscheiden Sie deshalb pro Land, ob ein Test lohnt, etwa dort, wo Warenkörbe im Zahlschritt abbrechen. Hintergründe: Nachnahme in Osteuropa.

Inseln und Randgebiete

Sardinien und Sizilien gehören zu Italien, in manchen Tarifen aber zu einer Sonderzone mit Zuschlag. Der zeigt sich oft erst in der Rechnung. Sortieren Sie Ihre Sendungsliste nach Postleitzahl, markieren Sie Inseln und abgelegene Gebiete und vergleichen Sie deren Kosten pro Paket mit dem Rest. Fragen Sie jeden Anbieter, ob diese Ziele im Preis stehen oder als Zuschlag kommen. Der Beitrag zu Sendungen auf Inseln und in Randgebieten geht die Fallen einzeln durch.

Retouren aus Italien

Eine Retoure kann nach Deutschland zurückgehen oder im Land angenommen werden. Der erste Weg kostet Rückfracht und Zeit, in der die Ware nicht verkäuflich ist. Der zweite braucht ein Lager vor Ort und damit Bestand im Zielland. Kennen Sie Ihre Retourenquote pro Land? Und sehen Sie irgendwo, ob die zurückgekommene Ware wieder verkäuflich ist oder defekt? Wenn nicht, fehlt Ihnen die Zeile, an der sich diese Entscheidung treffen lässt. Mehr dazu: Retouren im E-Commerce.

Wenn Ihr Shop in der Schweiz sitzt

Die Schweiz gehört nicht zur EU, deshalb kommt der Zoll in die Rechnung: Ausfuhrpapiere, Zollanmeldung, Einfuhrabgaben in Italien, und bei einer Retoure derselbe Weg zurück. Klären Sie, bevor das erste Paket losfährt, wer die Anmeldung übernimmt und wer die Abgaben trägt, Sie oder der Kunde. Liegt Ihr Bestand in einem Lager innerhalb der EU, verschiebt sich der Zollvorgang von jedem einzelnen Paket auf die Einfuhr der Sammellieferung. Praktische Hinweise finden Sie unter Zollabfertigung.

Wann sich Fulfillment nicht lohnt

Gehen pro Land nur wenige Bestellungen ein, bleibt der Versand aus dem Heimatlager meist der einfachere Weg. Ein Lager im Zielland wäre dann Bestand ohne Umschlag. Bei handgefertigten oder personalisierten Produkten braucht jede Bestellung einen Arbeitsschritt, den ein Lagerteam nur nach genauer Vorlage übernimmt. Ändert sich Ihr Sortiment jede Woche, hinkt die Bestandsführung dem Angebot hinterher. Und ist Ihre Marge schon im eigenen Versand knapp, trägt ein zusätzlicher Standort nur, wenn er Posten aus der Kette oben wirklich senkt. Ihre Tabelle zeigt, ob er das tut.

Was Sie einen Fulfillment-Dienstleister fragen sollten

Diese Fragen passen in jedes Gespräch, egal mit welchem Anbieter. Sie betreffen Italien und Osteuropa; die allgemeine Bewertung eines Dienstleisters steht in der Anleitung zum 3PL-Anbieter auswählen.

  • Wo liegt die Ware physisch, die Italien und Osteuropa bedient, und wie viele Tage braucht sie bis zum Kunden?
  • Sind Lager und Versand ein Vertrag oder zwei?
  • Zeigt die Rechnung pro Sendung Rohgewicht, Abrechnungsgewicht, Kurier und Zielort?
  • Wie werden Inseln und Randgebiete abgerechnet: im Preis enthalten oder als Zuschlag?
  • Ist Nachnahme möglich, und in welchen Ländern?
  • Was passiert mit einer Retoure aus Italien, und wo sehe ich, ob sie wieder verkäuflich ist?
  • Wie kommen meine Bestellungen aus meinem Shopsystem ins Lager: direkte Anbindung oder Datei?
  • Welche Kündigungsfristen und Ausstiegsbedingungen gelten, und wie bekomme ich meinen Bestand zurück?

Läuft eine Antwort auf „Durchschnitt“ hinaus, fragen Sie nach der Einzelzeile. Ein Durchschnitt lässt sich nicht mit Ihren Sendungen vergleichen.

Was sich ändert, wenn Lager und Versand in einer Hand liegen

eLogy betreibt Lager und Versand als einen Service. Die Ware liegt in einem Netz aus Lagern in Europa, mit Hubs in Italien (Pomezia), Ungarn und Spanien. Ein Paket für Bologna muss deshalb nicht aus Bayern kommen, ein Paket nach Mittel- und Osteuropa nicht aus Italien. Welcher der drei Wege zu Ihnen passt, klärt Ihre Tabelle von oben, nicht das Netz.

Verschickt wird mit Dutzenden Kurieren; welcher Kurier eine Sendung fährt, wählt die Plattform pro Sendung. Die Zustellung deckt auch Inseln und abgelegene Gebiete ab, ohne Ausschlüsse. Nachnahme ist möglich. Retouren werden angenommen, geprüft und wieder eingelagert, das Ergebnis steht in der Plattform. Shopify und WooCommerce sind direkt angebunden, Bestellungen und Bestände gleichen sich automatisch ab. Bei anderen Systemen können Bestellungen auch per Datei eingehen. Das ist ein Übergabeschritt mehr, den Sie einplanen müssen.

Ob das bei Ihnen aufgeht, zeigt sich an Ihren Sendungen: Lager, Kurier und Zielort müssen sich mit Rohgewicht und Abrechnungsgewicht in einer Zeile lesen lassen. Verlangen Sie das von jedem Anbieter, auch von uns.

Zwei Dinge für morgen früh

Fragen Sie drei Anbieter, was ein Paket kostet, bekommen Sie drei Durchschnittswerte, die sich nicht vergleichen lassen. Schicken Sie ihnen stattdessen Ihre letzten Sendungen nach Italien und Osteuropa mit Gewicht, Maßen, Postleitzahl und Retourenstatus, bekommen Sie drei Berechnungen auf Ihrer eigenen Zeile und sehen sofort, wo sich das Geld konzentriert. Der erste Weg ist schnell erledigt und bringt nichts. Der zweite braucht etwas Vorbereitung.

Beratung anfragen: Erzählen Sie uns, was Sie versenden und wohin. Zwei, drei Links aus Ihrem Shop genügen, die Gewichte übernehmen wir.

Domande frequenti

Von wo aus sollte ich Italien und Osteuropa beliefern?

Dafür gibt es drei Wege: aus dem eigenen Land, aus einem Lager im Zielland oder gemischt, mit den Bestsellern vor Ort. Entscheiden Sie pro Land anhand von Gewicht, Warenwert, Retourenquote und Zahlungsart. Eine feste Schwelle, ab der sich ein Lager im Zielland lohnt, gibt es nicht.

Was kostet mich der doppelte Bestand im Zielland?

Kein Listenpreis, sondern vier Posten: Kapital im Regal, eine Absatzprognose für zwei Lager, Umlagerungen mit eigener Fracht und das Risiko, dass ein Artikel am falschen Ort liegen bleibt. Der Nutzen muss diese Posten übersteigen. Rechnen Sie das pro Land mit Ihren eigenen Sendungsdaten.

Welche Daten brauche ich pro Sendung, um Versandkosten zu steuern?

Artikel (SKU), Verpackung, Maße des Pakets, Rohgewicht, Abrechnungsgewicht, Kurier, Zielland und Postleitzahl sowie den Ausgang der Sendung (zugestellt, Zustellproblem, Retoure). Stehen diese Angaben in einer Zeile, sehen Sie, ob wenige Artikel, wenige Regionen oder die Retouren die Mehrkosten verursachen.

Wie laufen Retouren aus Italien?

Entweder geht die Retoure nach Deutschland zurück, das kostet Rückfracht und Zeit ohne verkäufliche Ware. Oder sie wird im Land angenommen, dafür brauchen Sie ein Lager vor Ort. Achten Sie darauf, ob Sie nach der Rücknahme sehen, ob die Ware wieder verkäuflich ist.

Kann ich in Osteuropa Nachnahme anbieten?

Ja, sofern Fulfillment-Dienstleister und Kurier sie unterstützen. Bei eLogy ist Nachnahme möglich. Bedenken Sie das Risiko: Wird das Paket nicht angenommen, kommt es zurück und hat trotzdem Fracht gekostet. Testen Sie deshalb pro Land.

Werden Sardinien, Sizilien und andere Randgebiete zu gleichen Bedingungen beliefert?

Das hängt vom Anbieter und Tarif ab. In manchen Tarifen gelten Inseln als Sonderzone mit Zuschlag. Fragen Sie nach, ob diese Ziele im Preis stehen oder als Zuschlag kommen. Bei eLogy deckt die Zustellung Inseln und abgelegene Gebiete ohne Ausschlüsse ab.

Was ändert sich für einen Shop in der Schweiz?

Weil die Schweiz nicht zur EU gehört, kommen Ausfuhrpapiere, Zollanmeldung und Einfuhrabgaben in Italien hinzu, bei einer Retoure derselbe Weg zurück. Klären Sie vorab, wer anmeldet und wer die Abgaben trägt. Liegt der Bestand in einem EU-Lager, verschiebt sich der Zoll auf die Sammellieferung.

Unisciti a eLogy per supportare le tue vendite

Inizia oggi stesso ad automatizzare i tuoi processi di logistica unendoti a centinaia d’imprenditori digitali da tutta Europa.